Glück und Glas – wie leicht bricht das …

Das hat mein Großvater immer gesagt

Ich habe den Klang seiner schon vom Alter brüchigen Stimme noch im Ohr. Die Silben gedehnt durch den bayerisch-schwäbischen Dialekt. Ich habe ihn das besonders oft gegen Ende seines fast 100-jährigen Lebens sagen hören, nachdem er seinen Sohn beerdigen musste.
Seit wir eine Pflegefamilie sind, muss ich sehr oft an diesen Ausspruch denken. Nie zuvor war mir so bewusst, wie fragil Glück wirklich ist.
Weil Eltern zu sein heißt, zu lachen und zu weinen und sich zu sorgen.
Weil Pflegeeltern zu sein, heißt, nicht zu wissen, ob unser Glück haltbar ist. Weil wir deshalb jeden Tag mit Samthandschuhen anfassen.
Aber auch, weil jeder Tag bei uns seit Oktober 2013 anders verläuft. Wir haben glückliche, liebevolle, fröhliche, wunderbare Tage. Und Tage voller Verzweiflung, am Rande unserer Nerven, (fast) am Ende unserer Kraft.
Auch das Glück, das unsere Pflegetochter empfindet, ist zerbrechlich. Immer schwingt im Hintergrund drohender Verlust mit. Immer die Sorge, dass alles keinen Bestand hat. Dass sie nichts und niemandem trauen kann. Das man sie nicht so liebt, wie sie ist und irgendetwas an ihr falsch sein muss.

Von Glück und Glas, von Lachen und Sorge, handelt auch dieses Pflegeeltern -Blog

Aufgelesene Schnippsel; Ideen, die uns weitergebracht haben; Ressourcen, die wir nutzen. Gefiltert nur durch die Rücksichtnahme gegenüber unserer Tochter, die sich nicht entblößt fühlen soll, wenn sie das hier später einmal liest.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.