Was ich schon lange sagen wollte…

… hat jemand anderes nun so auf den Punkt gebracht, dass ich es mir einfach spare:

EIGHT THINGS I WANT TO TELL THE FRIENDS I NEVER SEE: Rachel Penn Hannah on Parenting a Child with Special Needs

gefunden im Mutha Magazine

Für alle, denen Zeit und Energie zum Freundschaften pflegen abhanden gekommen ist – sei es, weil sie Alleinerziehend sind, sei es weil sie ein Kind haben, dass mehr Zeit benötigt, als der Tag Stunden hat.

Für alle meine Freunde und für meine Familie, für alle, die zu mir halten, auch wenn ich sehr, sehr oft am Ende des Tages einfach keine Energie mehr übrig habe.

Kinderschutz auf dem Prüfstand

In seiner letzten Sitzung vor der Weihnachtspause hat das Bundeskabinett am 16.12.15 den Prüfbericht über das Bundeskinderschutzgesetz (Link auf das pdf) beschlossen. Der Bericht evaluiert die Ergebnisse der Gesetzesänderung von 2012 und zeigt auch auf, wo noch nachgebessert werden muss.

Moses online liefert eine gute Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und fasst zusammen, wo noch Arbeitsbedarf besteht:

  • Die Befugnisnorm, die es Berufsgeheimnisträgern erlaubt, das Jugendamt unter bestimmten Bedingungen über Gefährdungen des Wohles eines Kindes zu informieren, muss verständlicher formuliert werden. Damit zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte sie besser anwenden können.

  • Ärztinnen und Ärzte, die dem Jugendamt in Verdachtsfällen Daten übermitteln, wollen auch ein „Feedback“, wie es mit dem Kind weitergeht. Das soll ermöglicht werden.

  • Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche müssen weiter gestärkt werden. Daher soll geprüft werden, in welcher Form externe und unabhängige Stellen – Ombudsstellen – geschaffen werden können.

  • Es reicht nicht aus, nur die Jugendämter und ihre Einrichtungen, zur Qualitätsentwicklung zu verpflichten – auch die freien Träger werden daher in diese Aufgabe mit eingebunden.

  • Pflegekinder und ihre Familien müssen gestärkt werden. Vor allem bei Dauerpflegeverhältnissen gilt es zu prüfen, wie in den gesetzlichen Regelungen mehr Stabilität der Familiensituation sichergestellt werden kann.

  • Jugendämtern und Trägern sollte die Dokumentation der Einsichtnahme in das erweiterte Führungszeugnis ermöglicht werden, um die Handhabung in der Praxis zu erleichtern.

  • Die Kooperation zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen sollte weiter verbessert werden.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig verweist in diesem Zusammenhang auf eine geplante Gesamtreform der Kinder- und Jugendhilfe. Man darf also gespannt sein, ob sich in den nächsten 12 Monaten etwas in dieser Richtung tut.

Meiner Meinung nach wäre es vor allem dringend notwendig, klare und einheitliche Regelungen für die Perspektivplanung zu erarbeiten. Damit alle Beteiligten wissen, worauf sie sich einlassen. Die Perspektive wie im Moment über viele Jahre hinweg ungeklärt zu lassen, schadet am Ende allen. Eine Klärung der Perspektive innerhalb der ersten sechs oder zwölf Monate nach Beginn der Hilfe, wie dies in anderen Ländern üblich ist, hat große Vorteile: Die Herkunftseltern wissen, innerhalb welcher Frist sie welche Änderungen umsetzen müssen und bekommen dafür Hilfen an die Hand – und sie haben nach der endgültigen Entscheidung die Möglichkeit, in eine neue Rolle hineinzuwachsen. Den Pflegekindern kann man endlich ehrlich Auskunft über ihre Zukunft geben. Und schlussendlich wäre es das Ende für das über jeder Dauerpflegefamilie schwebende Damoklesschwert der Rückführung nach vielen Jahren Bindungsaufbau. Das wäre ein Beitrag zum Kinderschutz!

Na ja, träumen muss erlaubt sein…

Vom Leben als Pflegefamilie